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Das Einsammeln des Nektars

(c) Helga R. Heilmann

Um den Nektar der Blüten nutzen zu können, haben die Honigbienen nicht nur in Aufbau und Größe geeignete Mundwerkzeuge entwickelt, sondern auch einen „Tank“ – einen Darmabschnitt im Hinterleib, in dem bis zu 40 Milligramm Nektar untergebracht werden können, bei etwa 90 Milligramm Körpergewicht also etwa die Hälfte des Eigengewichts. Der Inhalt des Sammelmagens ist gemeinsamer Besitz der Kolonie. Was die Biene für sich selbst verbraucht, ist nur ein geringer Bruchteil ihrer Beute und wird nicht aus dem Sammelmagen abgezweigt, sondern passiert im Bedarfsfall ein feines Ventilchen, das den Durchlass zum verdauenden Mitteldarm darstellt. Für die Bienen legen sich die Blüten ins Zeug. So kann eine einzige Kirschblüte an einem einzigen Tag mehr als 30 Milligramm Nektar erzeugen. Ein ganzer Kirschbaum kann es auf täglich nahezu zwei Kilogramm Nektar bringen. Die Menge, die eine Sammelbiene von jedem Ausflug in ihrem Sammelmagen mit nach Hause bringt, beträgt bei bis zu 40 Milligramm Nektarnutzlast also fast die Tagesproduktion einer Kirschbaumblüte. Bei Apfelblüten müssen die Bienen eine deutlich größere Anzahl leeren, denn bei zwei Milligramm Nektar pro Blüte füllt sich der Honigmagen der Sammelbienen hier erst mit ungefähr zwanzig Tagesleistungen der Nektarproduktion einer Blüte. Das bedeutet nicht, dass eine Biene lediglich zwei Kirschblüten oder zwanzig Apfelblüten besuchen muss, um ihren Magen zu füllen. Denn pro Blütenbesuch kann sie immer nur den aktuell gedeckten Tisch leeren, der anschließend von der Blüte erst wieder gefüllt werden muss. Eine rekordverdächtige Biene kann an einem optimalen Tag bis zu 3000 Blüten besuchen. Im Bienenstock wird aus dem dünnflüssigen Nektar eingedickter Honig erzeugt. Ein Volk kann im Laufe eines Sommers bis zu 300 Kilogramm Honig herstellen, von dem der mit Abstand größte Teil wieder als Heizmaterial verbrannt wird, im Sommer zur Heizung des Brutnestes, im Winter zum Wärmen des zu einer Traube zusammengezogenen Volkes.

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